Warten auf einen Facharzttermin
WDR-Umfrage: Hausärzte kritisieren "Geschäftsmodell Dringlichkeit"
18.02.2026·Anfang Februar 2026 hatte der Bundesrechnungshof (BRH) in seinem Bericht die Regelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) zur Verkürzung der Wartezeiten auf Facharzttermine gerügt. Diese hätten fast drei Milliarden Euro an Beitragsgeldern gekostet, ein Versorgungseffekt sei im Gegenzug jedoch nicht eingetreten. Nach einer Umfrage des WDR rügen nun auch die Hausärzte die Regelungen TSVG. Es sei ein Geschäftsmodell zur Dringlichkeit von Facharztterminen erwachsen.
Hausärzte fühlen sich unter Druck gesetzt
Die Umfrage des WDR-Verbrauchermagazins "Markt" zeigt: Viele Hausärzte fühlen sich unter Druck gesetzt, weil die besser bezahlten Überweisungen auch in Fällen eingefordert würden, die medizinisch nicht eilig oder nur Routine seien. Patienten mit normalen Überweisungen würden von Fachärzten zurück in die Hausarztpraxen geschickt. Der Beitrag zum Thema wird im WDR-Verbrauchermagazin "Markt" am 18.02.2026 um 20:15 Uhr ausgestrahlt und ist danach im Internet abrufbar (vgl. "Links zum Thema").
Das Terminservice- und Versorgungsgesetz, das die Instrumente Dringlichkeitscode und Hausarztvermittlungsfall beinhaltet, war 2019 vom damaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eingeführt worden und steht seither immer wieder in der Kritik. Laut Bundesrechnungshof zeige sich nun, dass sich durch das TSVG trotz Mehrausgaben von 2,9 Milliarden Euro seit 2019 die Wartezeiten auf Facharzttermine nicht verkürzt, sondern im Gegenteil sogar verlängert hätten. Das werfe ein Schlaglicht auf den Reformbedarf und die Ineffizienz in der ambulanten Versorgung, so der AOK-Bundesverband. Die Dringlichkeit der Einführung einer verbindlichen Primärversorgung mit klar definierten Versorgungsaufgaben werde überdeutlich.
Der Spitzenverband der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands hält dagegen finanzielle Anreize für notwendig, um das Angebot an Terminen auszubauen. Nur so könnten Praxen Personal einstellen und in moderne Versorgung investieren. Der Verband setzt sich zudem für die vollständige Entbudgetisierung fachärztlicher Leistungen ein.
- AOK-Bundesverband / Bundesrechnungshof belegt: TSVG bleibt trotz hoher Kosten ohne Versorgungseffekte
- TK-Chef Jens Baas zum TSVG: "Versorgung wird nicht besser, wenn mehr Geld ins System geschüttet wird"
- GKV-Spitzenverband für elektronische Terminvergabe im Zuge der Einführung einer Primärversorgung
- GKV-Versichertenbefragung: Jeder dritte Versicherte unzufrieden mit Wartezeit auf Facharzttermin
- WDR-Verbrauchermagazin "Markt" / Sendungen im Internet (wdr.de)
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