Spitzenverband Bund der Krankenkassen|15.07.2026

PRESSEMITTEILUNG

GeDIG beschlossen
Digitalisierung muss Versorgung verbessern

Berlin (kkdp)·Der GKV-Spitzenverband begrüßt die Verabschiedung des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) durch das Bundeskabinett. Mit dem GeDIG wird ein wichtiger Perspektivwechsel vollzogen: Digitale Infrastruktur, Datennutzung und konkrete Versorgungsprozesse sollen künftig enger miteinander verzahnt werden. Der Gesetzentwurf setzt damit wichtige Impulse, um die Digitalisierung stärker auf den konkreten Nutzen für Versicherte und deren Versorgung auszurichten.

"Die Herausforderungen im Gesundheitswesen werden größer: Eine älter werdende Bevölkerung, steigender Behandlungsbedarf und komplexe Versorgungsstrukturen erfordern neue Lösungen. Digitalisierung darf daher nicht beim Aufbau technischer Strukturen stehen bleiben, sondern muss die Versorgung besser koordinieren, Zugänge erleichtern und die Versicherten im Alltag praktisch unterstützen. Mit diesem Gesetz werden wir dabei einen wichtigen Schritt vorankommen", so Stefanie Stoff-Ahnis, stellv. Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.

Mehr Orientierung im Gesundheitssystem

Besonders positiv bewertet der GKV-Spitzenverband, dass nun die ersten Schritte zur Einführung der Primärversorgung unternommen werden. "Mit dem GeDIG werden die technischen Grundlagen für die digital gestützte Primärversorgung geschaffen. Die erfolgreiche Einführung der Primärversorgung verbindet die digitale Bedarfseinschätzung, die elektronische Überweisung und die elektronische Terminvermittlung zu einem digitalen Versorgungspfad. Diese zentralen Elemente können dazu beitragen, den Zugang zur Versorgung zu verbessern, die Nutzerfreundlichkeit für Versicherte zu modernisieren und vorhandene Versorgungskapazitäten gezielter und bedarfsgerechter zu nutzen. Mit dem GeDIG erfolgt nun der erste Umsetzungsschritt, weitere gesetzgeberische Schritte zur Einführung der digital gestützten Primärversorgung müssen zügig folgen, um die Strukturen der ambulanten Versorgung für GKV-Versicherte zu reformieren und das Gesundheitssystem in die digitale Transformation einzubinden", so Stefanie Stoff-Ahnis weiter.


ePA zur zentralen Plattform für die Versorgung weiterentwickeln

Zentrales Element ist dabei die geplante Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA). Der GKV-Spitzenverband unterstützt ausdrücklich das Ziel, die ePA stärker mit konkreten Versorgungsprozessen zu verbinden. "Die elektronische Patientenakte darf nicht als digitaler Dokumentenspeicher gesehen werden. Sie muss vielmehr zur zentralen Plattform für eine vernetzte, patientenorientierte Versorgung weiterentwickelt werden. Durch digitale Mehrwertanwendungen, individuelle Beratungsangebote und datenbasierte Unterstützungsleistungen etwa im Bereich Prävention, in Form von Erinnerungssystemen z. B. für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen oder Terminorganisation können Versicherte künftig deutlich stärker bei der Versorgung begleitet werden. Das GeDIG geht da absolut in die richtige Richtung", sagt Dr. Martin Krasney, Vorstandsmitglied des GKV-Spitzenverbandes.

Interoperabilität ist das A und O

Damit digitale Anwendungen ihren Nutzen entfalten können, müssen Daten sektorenübergreifend verfügbar und interoperabel nutzbar sein. Insellösungen müssen endgültig der Vergangenheit angehören. Der GKV-Spitzenverband sieht deshalb in gemeinsamen Standards und einer stärkeren Vernetzung aller Versorgungsbereiche eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg der Digitalisierung.

gematik: klare Aufgaben- und Verantwortungsabgrenzung nötig

Eine wichtige Rolle spielt dabei die gematik. "Die gematik sollte auf ihre Aufgabe als technische Infrastruktur- und Standardisierungsorganisation fokussiert bleiben. Gerade vor dem Hintergrund, dass Erweiterungen ihres Aufgabenspektrums unmittelbar zu zusätzlichen finanziellen Belastungen der Beitragszahlenden führen, ist hier eine klare Abgrenzung zwischen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Kranken- und Pflegeversicherung einerseits und gesamtgesellschaftlichen Aufgaben andererseits dringend notwendig", erklärt Dr. Martin Krasney.

Anm. der Redaktion: Der Titel wurde ergänzt um "GeDIG beschlossen"

Pressekontakt:

Florian Lanz
GKV-Spitzenverband, Pressesprecher
Telefon 030-206288-4201
Fax 030-20628884201
presse@gkv-spitzenverband.de


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