Fusion zum 01.01.2027

IKK Brandenburg und Berlin und IKK gesund plus beschließen Zusammenschluss

02.07.2026·Neben drei weiteren Kassenfusionen zum 01.01.2027 haben am Donnerstag (02.07.2026) die Verwaltungsräte der IKK Brandenburg und Berlin sowie der IKK gesund plus einstimmig den Zusammenschluss beider Krankenkassen beschlossen.

Durch die Fusion entsteht eine bundesunmittelbare Krankenkasse mit rund 600.000 Versicherten, die nach aktuellem Stand zu den 25 größten Kassen in Deutschland zählen würde. Als neue "IKK gesund plus" wollen beide Kassen durch ihren Zusammenschluss frühzeitig auf den massiven Investitionsbedarf in Digitalisierung, Versorgung und Fachkräftesicherung reagieren.

Zudem wollen die Innungskrankenkassen ihren Fusionsbeschluss als Zeichen in der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte verstanden wissen. Sie sprechen sich für freiwillige Zusammenschlüsse und gegen staatlich verordnete Strukturmaßnahmen aus. Aus Sicht der Verantwortlichen entscheide nicht die Zahl der Krankenkassen über die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern deren Leistungsfähigkeit und Innovationskraft.

Für Hans-Jürgen Müller, Verwaltungsratsvorsitzender der Versichertenseite der IKK gesund plus, ist die Fusion deshalb vor allem ein Bekenntnis zur sozialen Selbstverwaltung: "Die soziale Selbstverwaltung ist die Eigentümergemeinschaft der Beitragszahlenden. Diese Eigentümergemeinschaft ist staatsfrei handlungsfähig. Wir übernehmen Verantwortung und gestalten Zukunft für unsere Eigentümer - die Versicherten und ihre Arbeitgeber. Freiwillige Entscheidungen aus eigener Kraft sind um ein Vielfaches nachhaltiger als staatlich verordnete Maßnahmen von oben herab." Für Uwe Deh, Vorstand der Kasse, ist der Zusammenschluss eine Zukunftsentscheidung mit weit über die beiden Krankenkassen hinausgehender Bedeutung: "Wir stärken all jenen in der Politik den Rücken, die den Mut zu echten Reformen haben. Das Ziel politischen Handelns darf nicht vom Schutz der Beitragszahler auf den Schutz von Besitzständen wechseln. Wir doktern mit dieser Fusion nicht an Symptomen herum, sondern beweisen in eigener Verantwortung den Mut zu einer Strukturreform. Damit geben wir eine strategische Antwort vor dem Hintergrund notwendiger, tiefgreifender Veränderungen im Gesundheitswesen."

"Größe ist für uns kein Selbstzweck.", so Frank Meier, Vorstand der IKK Brandenburg und Berlin. "Unsere neue Größe ist der Schutzschild für unsere Versicherten mit einem zentralen Zukunftsversprechen. Dieses lautet ganz klar: Einfach, digital und nah. Wir bündeln unsere Budgets, um bürokratische Hürden abzubauen und massiv in modernste Online-Services und Apps zu investieren. Gleichzeitig garantieren wir den Erhalt unserer Geschäftsstellen vor Ort. Digitale Innovation und regionale Präsenz schließen sich bei uns nicht aus, sie ergänzen sich perfekt."

Die Fusion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS).

Weitere Fusionen zum 01.01.2027 geplant

Auch die Bremer BKK firmus und die BKK Rieker - RICOSTA - Weisser mit Sitz in Tuttlingen wollen zum 01.01.2027 fusionieren. Die Verwaltungsräte der Krankenkassen haben gestern (01.07.2026) eine gemeinsame Absichtserklärung gezeichnet (vgl. "Links zum Thema"). Ebenfalls zum 01.01.2027 planen die BKK Pfalz und die mkk - meine krankenkasse eine Fusion. Beide Kassen haben hierzu bereits im März eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben (vgl. "Links zum Thema").

Nachtrag vom 06.07.2026: Die BKK firmus hat heute eine weitere Fusion bekannt gegeben. Ab 01.01.2027 wird sie sich zudem mit der BKK PFAFF zusammenschließen (vgl. "Links zum Thema").


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