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Freitag, 23.06.2017

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Finanzierungslücke bis 2040

Studie: Krankenkassenbeitrag steigt auf 19,2 Prozent

28.03.2017·Ohne Reformen wird der demografische Wandel dazu führen, dass die Ausgaben der Kranken- und Pflegeversicherung in den nächsten Jahrzehnten steigen und die Einnahmen sinken. Bei gleichbleibendem Leistungsniveau werden sich dadurch die Beitragssätze langfristig deutlich erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der deutschen Wirtschaft.

Um die finanzielle Tragfähigkeit der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung zu erhalten, sind dringend Reformen geboten. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Alternde Bevölkerung - Herausforderung für die gesetzliche Kranken- und für die soziale Pflegeversicherung" des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Demnach wird es bei gleichbleibendem Leistungsniveau und den heutigen Beitragssätzen zu einer enormen Finanzierungslücke in beiden Systemen kommen: Bis 2030 könnte diese Lücke allein in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf knapp 36 Milliarden Euro pro Jahr anwachsen, bis 2040 dann auf gut 51 Milliarden. In der Pflegeversicherung werden im Jahr 2030 knapp acht Milliarden und 2040 rund 10 Milliarden Euro im Jahr fehlen.

Beitragssätze steigen um mehr als 5 Prozent

Der Grund dafür ist der demografische Wandel: Da die Zahl der älteren Menschen stetig zunimmt, steigt die Zahl der Kranken und Pflegebedürftigen. Gleichzeitig sinken die Einnahmen, weil es immer weniger erwerbstätige Beitragszahler gibt. Soll der Leistungsumfang der beiden Versicherungszweige beibehalten werden und bleiben die Steuerzuschüsse konstant, müssten nach den IW-Berechnungen die Beitragssätze steigen: für die GKV von aktuell 14,6 Prozent auf 19,2 Prozent in 2040 und für die Pflegeversicherung von derzeit 2,55 Prozent - beziehungsweise 2,8 Prozent für Versicherte ohne Kinder - auf durchschnittlich 3,2 Prozent in 2040.

Lohnabzüge steigen auf weit über 50 Prozent

Die Arbeitslosenversicherung miteinbezogen, müsste nach derzeitiger Entwicklung langfristig über die Hälfte des Bruttoeinkommens an die Sozialversicherung abgegeben werden - dabei sind Steuern noch nicht berücksichtigt. "Diese Zahlen verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf für die Politik", sagt Susanna Kochskämper, IW-Expertin für die soziale Sicherung und Autorin der Studie.

 

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