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Montag, 11.12.2017

Mitteilung

Knappschaft-Bahn-See / Minijob-Zentrale|30.11.2017

PRESSEMITTEILUNG

Die unterschätzte Gefahr: Unfälle in deutschen Haushalten

Bochum·Aktuelle Forsa-Umfrage (1) im Auftrag der Minijob-Zentrale zeigt: Haushaltsunfälle werden unterschätzt. Nur 32 Prozent der Befragten schätzen das Unfallrisiko als hoch oder sehr hoch ein. Zugleich hatten 98 Prozent bereits einen Unfall im Haushalt.

Jedes Jahr verunglücken hunderttausende Deutsche in den eigenen vier Wänden. Rund drei Millionen Unfälle pro Jahr zählt die Statistik - ein Vielfaches derer, die sich im Straßenverkehr ereignen. Die Gründe für die Unfälle sind vielfältig: Durch Stürze, Stöße und Verbrennungen entstehen zum Teil schwere Verletzungen.


Das persönliche Unfallrisiko in den eigenen vier Wänden wird stark unterschätzt: Während nur eine von drei Personen in Deutschland angibt, dass die Gefahr eines Haushaltsunfalls hoch sei, hat sich die überwiegende Mehrheit zu Hause schon einmal verletzt - nur zwei Prozent sagen, dass sie noch nie einen Unfall in den eigenen vier Wänden erlitten haben. "Viele Menschen nehmen die Gefahr, im eigenen Haushalt einen Unfall zu erleiden, kaum wahr. Ein Grund dafür ist, dass der Haushalt als geschlossener Raum sicher wirkt. Die Umgebung ist bekannt und leichter zu überblicken, mögliche Unfallquellen werden leicht unterschätzt", erklärt Richard Krings, Fachbereichsleiter Einsatzdienste und Ausbildung des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Risikofaktoren: Leichtsinn und Pragmatismus
Das geringe Bewusstsein für die Gefahren und Risikoquellen in Haus und Garten begünstigt Missgeschicke. Leichtsinniges Handeln war bei der Hälfte der Befragten der Grund für ihren häuslichen Unfall. Hinzu kommen häufig eine unzureichende Vorbereitung und ein starker Pragmatismus, der Flüchtigkeitsfehler fördert. So geben zwei Drittel (67%) der Befragten an, auch mal einen Stuhl, Hocker oder Tisch anstelle einer Leiter zu verwenden. Bei den Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren ist die Risikofreude sogar noch größer: 87 Prozent geben an, schon einmal auf eine dieser "Ersatzleitern" zurückgegriffen zu haben. Ein fester Stand ist in solchen Fällen ebenso wenig gesichert, wie ausreichend Stabilität des Leiterersatzes.

Unfallarten im Visier
Als häufigste Unfallarten geben die Befragten an, sich schon einmal geschnitten (92%), gestoßen (87%) oder verbrannt zu haben (76%). Jeder zweite Befragte ist im Haushalt zum Beispiel durch Stolpern oder Ausrutschen schon einmal hingefallen (57%). "Besonders bei klassischer Hausarbeit kommt es immer wieder zu Unfällen. Durch Zeitdruck und mangelnde Vorbereitung passieren schnell Fehler, die zu ernsthaften Verletzungen führen können. Ein umsichtiges Handeln ist hier das A und O", erklärt Dr. Erik Thomsen. Er ist der Leiter der Minijob-Zentrale, bei der geringfügig beschäftigte Haushaltshilfen angemeldet werden müssen. Denn auch sie sind von den Unfallgefahren im Haushalt nicht ausgenommen und nur als legal beschäftigte Minijobber sind sie offiziell unfallversichert.

Gefahrenquelle Hausarbeit
Bei alltäglichen Aufgaben im Haushalt, wie der Essenszubereitung, hatten 74 Prozent der Befragten bereits einen Unfall, bei den Frauen liegt der Anteil sogar bei 82 Prozent. Aber auch beim Heimwerken hat sich knapp die Hälfte der Befragten schon verletzt (49%), gefolgt von der Gartenarbeit (38%), dem Bügeln (22%) und dem Wischen oder Staubsaugen (17%).

Keine Lappalien - die Folgen von häuslichen Unfällen
Im schlimmsten Fall führen Unfälle zu einer Krankschreibung - das ist besonders belastend für Erwerbstätige. Neben den Schmerzen und den lästigen Arztbesuchen, können Betroffene häufig ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen: 17 Prozent der Befragten (knapp jeder Fünfte) mussten sich auf Grund eines Haushaltunfalles schon einmal oder mehrmals krankschreiben lassen.

Angemeldete Haushaltshilfen sind offiziell unfallversichert
Auch Haushaltshilfen können sich bei der Unterstützung von Familien, Senioren und Berufstätigen im Haushalt einmal verletzten. Sind sie als geringfügig Beschäftigte bei der Minijob-Zentrale angemeldet, greift in diesem Fall die Unfallversicherung: "Angemeldete Haushaltshilfen sind während ihrer Arbeit gegen Arbeitsunfälle versichert - egal, ob sie gerade putzen oder Gardinen aufhängen. Sogar der Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeit und zurück ist beinhaltet. Wer eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte sie also unbedingt anmelden", erklärt Dr. Thomsen.

Suchen, finden, anmelden
Über die Haushaltsjob-Börse (haushaltsjob-boerse.de) können Arbeitgeber und Minijobber Stellenangebote im Privathaushalt finden und einstellen - kostenlos und deutschlandweit. Wer seine Minijobber gefunden hat, muss sie bei der Minijob-Zentrale, der zuständigen Einzugs- und Meldestelle für alle Minijobs in Deutschland, anmelden. Die Anmeldung von Minijobs im Privathaushalt ist einfach und per Haushaltsscheck schnell zu erledigen (minijob-zentrale.de/haushaltsscheck).

(1) In der repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Minijob-Zentrale wurden 1.509 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ab 18 Jahren befragt. Die Befragung fand im September 2017 statt.

Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie unter www.minijob-zentrale.de/Unfallatlas2017

Pressekontakt:

Dr. Wolfgang Buschfort
Tel.: 0234-304-82050
Fax: 0234-304-82060
presse@kbs.de


 

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