hkk Krankenkasse|19.03.2026

PRESSEMITTEILUNG

forsa-Umfrage: Große Zufriedenheit mit hausärztlicher Versorgung

Bremen (kkdp)·19.03.2026

Bevölkerung wünscht sich Digitalisierung und bessere Koordination
Wartezeit und Erreichbarkeit weiter in der Kritik
Bevölkerung lehnt Gebührenmodelle ab

Trotz zunehmender Engpässe in der hausärztlichen Versorgung bleibt das Vertrauen der Bevölkerung in die Hausärztinnen und Hausärzte hoch: 91 Prozent der Patientinnen und Patienten sind laut einer aktuellen, repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der hkk Krankenkasse mit der medizinischen Betreuung in ihrer Hausarztpraxis sehr oder eher zufrieden. Besonders gelobt werden Kommunikation (93 Prozent) und Behandlungsqualität (90 Prozent).

"Hausärztinnen und Hausärzte sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems", sagt Dr. Cornelius Erbe, Leiter des hkk-Versorgungsmanagements. "Die hohe Zufriedenheit zeigt, wie sehr diese persönliche, wohnortnahe Betreuung geschätzt wird - aber auch, dass sie gestärkt werden muss, damit sie den Herausforderungen der Zukunft standhält." Die ambulante Gesundheitsversorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: knappe personelle und finanzielle Ressourcen, teilweise lange Wartezeiten und der demografische Wandel, der diese Entwicklung weiter verstärken wird. Eine Neustrukturierung der Versorgungspfade ist daher dringend nötig.

Reformdruck wächst: Bevölkerung erwartet Strukturwandel in der Primärversorgung

Ein einheitliches digitales Ersteinschätzungsverfahren zur Klärung des Behandlungsbedarfs und zur Steuerung zur passenden Anlaufstelle, eine elektronische Überweisung sowie eine Terminplattform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur bedarfsgerechten und zeitnahen Terminvergabe sind zentrale Bausteine für eine bessere Steuerung der Versorgung. "Die Menschen stehen solchen Reformideen grundsätzlich offen gegenüber", sagt Erbe. So halten 88 Prozent der Befragten eine elektronische Überweisung mit digitaler Datenübermittlung für sinnvoll, um Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden und die Behandlungsqualität zu erhöhen. 70 Prozent wünschen sich eine zentrale Terminvermittlungsplattform, die Termine nach Dringlichkeit vergibt, und mehr als die Hälfte (53 Prozent) unterstützt ein Primärarztmodell mit koordinierender Funktion, wie die Überweisung zum Facharzt. Ebenso viele finden ein Ersteinschätzungsverfahren sinnvoll, bei dem vorab (digital, telefonisch oder persönlich) geklärt wird, welche Anlaufstelle die richtige ist.

Erreichbarkeit und Wartezeiten weiter in der Kritik

Die große Mehrheit der Befragten (95 Prozent) verfügt über eine feste Hausarztpraxis, an die sie sich im Krankheitsfall oder anderen gesundheitlichen Problemen wenden können. In den vergangenen zwölf Monaten suchten 37 Prozent der Befragten ihre Hausarztpraxis ein- bis zweimal auf, 31 Prozent drei- bis viermal und 18 Prozent fünfmal oder häufiger. 8 Prozent der Befragten waren im selben Zeitraum überhaupt nicht in ihrer Hausarztpraxis.

Während Kommunikation und Behandlung fast durchweg positiv bewertet werden, zeigen sich bei der Organisation der Praxen Schwachstellen: Rund ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) kritisiert Wartezeiten, ähnlich viele (22 Prozent) die Erreichbarkeit. Erbe: "Die hkk unterstützt alle Maßnahmen, die eine effiziente Terminvergabe fördern, parallele Strukturen vermeiden und die Versorgungskoordination stärken - damit Patientinnen und Patienten zielgerichtet, koordiniert und bedarfsgerecht betreut werden."

Bevölkerung lehnt Gebührenmodelle ab

Deutlich wird auch, dass finanzielle Steuerungsinstrumente wenig Zustimmung finden: 80 Prozent sprechen sich gegen eine Wiedereinführung der Praxisgebühr aus, 82 Prozent lehnen eine Kontaktgebühr pro Arztbesuch ab. Stattdessen setzen die Befragten auf intelligente Koordination und digitale Vernetzung als Schlüssel für eine bedarfsgerechte Primärversorgung.

Hintergrund

Die Umfrage "Zufriedenheit mit der hausärztlichen Versorgung" wurde von forsa im Auftrag der hkk Krankenkasse vom 20. bis 26. Februar 2026 erhoben. Befragt wurden 1.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland. Die statistische Fehlertoleranz beträgt +- 3 Prozentpunkte. Link zur Studie: hkk Gesundheitsreport

Pressekontakt:

Holm Ay, Pressesprecher
Tel.: 0421 3655-1000
E-Mail: presse@hkk.de


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