Spitzenverband Bund der Krankenkassen|27.01.2026

PRESSEMITTEILUNG

Primärversorgung als zentrales Instrument für eine bessere und moderne Versorgung

Berlin (kkdp)·Anlässlich des heutigen Auftakts für den Fachdialog Primärversorgungssystem im Bundesgesundheitsministerium hat Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, auf der Pressekonferenz die Vorschläge des GKV-Spitzenverbandes für ein Primärversorgungssystem erläutert.

Demnach muss sich ein modernes Gesundheitssystem am medizinischen Bedarf der Patientinnen und Patienten orientieren. Die Primärversorgung ist ein zentrales Instrument, mit dem die Gesundheitsversorgung zum Wohle der 75 Millionen gesetzlich Versicherten modernisiert, Effizienzreserven gehoben und ein bedarfsgerechter und diskriminierungsfreier Zugang zur Versorgung gemeinsam mit der Ärzteschaft sichergestellt werden kann.

Zugang zur Versorgung erleichtern

Denn heute erleben Patientinnen und Patienten trotz steigender Beiträge Schwierigkeiten beim Zugang zur ambulanten Versorgung und teilweise lange Wartezeiten. Sie nehmen eine zunehmende Ungleichbehandlung zwischen privat und gesetzlich Versicherten wahr. Gleichzeitig wird die Versorgungslandschaft komplexer, spezialisierter und für viele Menschen undurchschaubar.

Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes: "Der Fachdialog ist ein gutes und wichtiges Signal, dass die Bundesregierung dieses bedeutende Thema nun entschlossen angeht. Wir sehen in der Primärversorgung ein zentrales Instrument, mit dem wir gemeinsam mit der Ärzteschaft die Gesundheitsversorgung zum Wohle der 75 Millionen gesetzlich Versicherten modernisieren, Effizienzreserven heben und einen bedarfsgerechten und diskriminierungsfreien Zugang zur Versorgung sicherstellen können. Dabei entsteht der eigentliche Durchbruch durch die Kopplung der drei digitalen Bausteine elektronische Ersteinschätzung, elektronische Überweisung und elektronische Terminvermittlung zu einem digitalen Versorgungspfad. Es ist höchste Zeit, das Gesundheitssystem in die digitale Gegenwart zu bringen."

Primärversorgung muss die digitalen Möglichkeiten ausschöpfen

Eine erfolgreiche Primärversorgung koppelt folgende drei Bausteine:

Ein digitales Navigationstool schätzt die Behandlungsnotwendigkeit ein und leitet die Versicherten zielgerichtet in und durch das Gesundheitssystem.
Die elektronische Überweisung verbessert den Informationsfluss über den aktuellen Behandlungsstand zwischen Leistungserbringenden und minimiert Fehlerquellen.
Die elektronische Terminvermittlung ermöglicht - abhängig von der medizinischen Dringlichkeit - eine schnellere Terminvergabe und reduziert Wartezeiten.

Vom ersten Symptom bis zum Abschluss der Behandlung wird alles fachlich optimal koordiniert, transparent und effizient. Die ePA wird zur zentralen Plattform einer modernen Versorgung.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Bausteine und der vielen Akteure im Gesundheitswesen kann in der Praxis folgendermaßen funktionieren:

Versicherte erhalten eine digitale Einschätzung ihres medizinischen Behandlungsbedarfes, zum Beispiel auf der Krankenkassen-App oder über die 116-117 am Telefon. So ein strukturierter Prozess über gezielte Fragen hat sich im Bereich der Notfallversorgung bereits bewährt.
Je nach Ergebnis dieser Einschätzung folgt der nächste Schritt der Versorgung. Das kann die ärztliche oder fachärztliche Versorgung sein, die direkte Überleitung in die Notfallversorgung, aber auch Optionen zur Selbstbehandlung mit Hilfe individualisiert aufbereiteter Gesundheitsinformationen.
Zum Beispiel ergab die digitale Ersteinschätzung einen Abklärungsbedarf beim Hausarzt. Deshalb bekomme ich auf mein Handy einen Terminvorschlag von meinem Hausarzt. Dafür ist die Krankenkassen-App mit der elektronischen Terminvermittlung verknüpft. Ich bestätige den Vorschlag mit einem Klick und der Termin ist vereinbart.
Der Hausarzt untersucht mich und hält einen Facharzttermin zur weiteren Abklärung für notwendig, also bekomme ich als Patientin über die elektronische Terminvermittlung automatisch Terminvorschläge für Facharztpraxen. Sobald ich den Termin vereinbart habe, wieder durch einen Klick auf meiner Krankenkassen-App, geht die elektronische Überweisung meines Hausarztes mit wichtigen Vorbefunden direkt an die fachärztliche Praxis, für die ich mich entschieden habe.
Nach dem Termin beim Facharzt geht der fertige Befund dann direkt in die ePA und automatisch zurück zum Hausarzt.
Der Hausarzt kann mir dann zum Beispiel direkt ein Rezept auf mein Handy schicken, ohne dass ich erneut in der Arztpraxis erscheinen muss.
Ich bin schnell und gut versorgt worden, unnötige Wartezeiten und langwierige Terminsuchen wurden ebenso vermieden wie unnötige Arztbesuche. Das hat nicht nur mir geholfen, sondern auch die Arztpraxis entlastet.

Ankunft in der digitalen Gegenwart

Es geht hier darum, das deutsche Gesundheitssystem endlich in die digitale Gegenwart zu bringen. Die Wartezimmer der ärztlichen Praxen sind zu voll, digitale Weiterentwicklungen können hier sinnvolle Entlastungen schaffen.

Die gesetzliche Krankenversicherung steht bereit, gemeinsam mit der Ärzteschaft und der Politik, mit Hilfe einer digital gestützten Primärversorgung die Versorgung der Menschen besser zu machen, die zunehmend knapperen Ressourcen wirtschaftlicher einzusetzen und den medizinischen Bedarf ganz nach vorne zu stellen.

Dokumente und Links

Pressekontakt:

Florian Lanz
GKV-Spitzenverband, Pressesprecher
Telefon 030-206288-4201
Fax 030-20628884201
presse@gkv-spitzenverband.de


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