Kassenärztliche Bundesvereinigung|18.06.2026
PRESSEMITTEILUNG
Dr. Andreas Gassen zu Beitragssätzen: "Politik muss sich ehrlich machen"
Berlin (kkdp)·Der GKV-Spitzenverband vermeldet für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der Ausgaben um acht statt der prognostizierten 6,7 Prozent. Es müssten "ein paar Milliarden Euro mehr eingespart werden", so die Kassenseite kurz vor dem parlamentarischen Beschluss des entsprechenden Gesetzentwurfs. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen:
"Das Gesetz zum Sparpaket in der GKV ist bezüglich des Ziels der Beitragssatzstabilisierung schon krachend gescheitert, bevor es überhaupt beschlossen ist. Es rächt sich die Methode, rasenmäherartige Einsparvorschläge umsetzen zu wollen anstatt echte Strukturreformen anzugehen. Hinzu kommt: Mehrausgaben für die Apotheken konterkarieren das Sparziel und die Drohungen der Pharmaindustrie, Arbeitsplätze abzubauen und Investitionen zu stoppen, lassen manche Politiker zittern. Richtig wäre es, den Prozess der Ambulantisierung zu fördern und diejenigen zu stärken, die 97 Prozent der Patientenversorgung stemmen, nämlich die Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit ihren über 800.000 Mitarbeitenden. Doch das geschieht nicht. Im Gegenteil! Politik muss sich an dieser Stelle ehrlich machen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Praxen haben gar keine andere Möglichkeit, als ihr Leistungsangebot den erheblich gekürzten Finanzmitteln anzupassen. Ältere Kolleginnen und Kollegen werden angesichts der politisch gewollten verschlechterten Rahmenbedingungen früher ausscheiden und ihre Praxen schließen. Diese Lücken werden wir nicht schließen können. Längere Wartezeiten sind dann vorprogrammiert - das ist dann aber auch politisch gemacht und offenbar auch gewollt."
"Das Gesetz zum Sparpaket in der GKV ist bezüglich des Ziels der Beitragssatzstabilisierung schon krachend gescheitert, bevor es überhaupt beschlossen ist. Es rächt sich die Methode, rasenmäherartige Einsparvorschläge umsetzen zu wollen anstatt echte Strukturreformen anzugehen. Hinzu kommt: Mehrausgaben für die Apotheken konterkarieren das Sparziel und die Drohungen der Pharmaindustrie, Arbeitsplätze abzubauen und Investitionen zu stoppen, lassen manche Politiker zittern. Richtig wäre es, den Prozess der Ambulantisierung zu fördern und diejenigen zu stärken, die 97 Prozent der Patientenversorgung stemmen, nämlich die Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit ihren über 800.000 Mitarbeitenden. Doch das geschieht nicht. Im Gegenteil! Politik muss sich an dieser Stelle ehrlich machen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Praxen haben gar keine andere Möglichkeit, als ihr Leistungsangebot den erheblich gekürzten Finanzmitteln anzupassen. Ältere Kolleginnen und Kollegen werden angesichts der politisch gewollten verschlechterten Rahmenbedingungen früher ausscheiden und ihre Praxen schließen. Diese Lücken werden wir nicht schließen können. Längere Wartezeiten sind dann vorprogrammiert - das ist dann aber auch politisch gemacht und offenbar auch gewollt."
Pressekontakt:
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Roland Stahl, Pressesprecher
Tel.: (0 30) 40 05 - 22 01
Fax: (0 30) 40 05 - 22 90
RStahl@kbv.de
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