logo
Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG|07.04.2026

PRESSEMITTEILUNG

Notwendige Prävention
Krankenhäuser fordern Einführung einer Zuckersteuer

Berlin (kkdp)·Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert die Bundesregierung auf, die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der GKV-Mittel zur Einführung einer Zuckersteuer aufzugreifen und konsequent umzusetzen. Dazu erklärt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG Prof. Dr. Henriette Neumeyer:

"Zu hoher Zuckerkonsum ist eine der Hauptursachen für schwere chronische Krankheiten in Deutschland, seien es Diabetes, Adipositas oder andere Leiden. Die WHO spricht bereits von einer globalen Diabetes-Pandemie. Diese Krankheiten belasten nicht nur die Betroffenen, sie sorgen auch für hohe Kosten im Gesundheitssystem. Beide Belastungen sind größtenteils vermeidbar. Zahlreiche Schätzungen deuten darauf hin, dass Deutschland beim Zucker ein Hochkonsumland ist. Die Politik muss dieses Problem endlich entschieden angehen. Eine Zuckersteuer ist ein guter Weg, sofern sie präventionsorientiert und nicht zum Zweck höherer Einnahmen umgesetzt wird.

Großbritannien macht es vor: Die dortige Zuckersteuer hat dafür gesorgt, dass sich der Zuckergehalt vor allem in den besonders schädlichen Softdrinks auf einen Bruchteil verringert hat. Während reguläre Limonaden auf dem britischen Markt drei bis vier Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten, sind es in Deutschland noch immer zehn bis zwölf. Das bedeutet, dass ein halber Liter Limonade den gesamten Zucker-Tagesbedarf eines Erwachsenen deckt. Bei Kindern, auf die die Hersteller von Softdrinks besonders abzielen, sogar das Doppelte. Diese Maximalmenge Zucker nehmen die Konsumenten in wenigen Minuten auf. Vielen Menschen ist die schädliche Wirkung von Zucker nicht bekannt, oder ihnen ist nicht bewusst, welche großen Mengen in vielen verarbeiteten Produkten stecken. Hinzu kommt zunehmend massive Fehlinformation aus dem Bereich Ernährung, die sich über die sozialen Medien verbreitet. Appelle an die Lebensmittelindustrie haben bislang nicht funktioniert, ihr dient Zucker nach wie vor als billiger Geschmacksverstärker.

Eine Zuckersteuer kann die Produzenten dazu bringen, den Zuckergehalt zu senken, indem sie stark zuckerhaltige Produkte verteuert und sie so unattraktiv macht. Entscheidend wird daher sein, dass Zuckergrenzwerte nach medizinischen Kriterien festgelegt werden. Wir appellieren an die Politik, den Mut zu finden, eine solche Steuer nun endlich durchzusetzen. Uns ist bewusst, dass Zuckeranbau und Zuckerverarbeitung in Deutschland wichtige Wirtschaftszweige sind. Trotzdem wird im Sinne eines präventionsorientierten Gesundheitswesens an einer Zuckersteuer kein Weg vorbeiführen. Ein kostengünstiges Gesundheitswesen und damit stabile GKV-Finanzen werden in Zukunft nur dadurch möglich, indem wir Erkrankungen und damit Behandlungen von vornherein vermeiden."

Pressekontakt:

Joachim Odenbach
Tel. 39801-1020
pressestelle@dkgev.de

QR-Code: http://www.krankenkassen-direkt.de

Dies ist ein Ausdruck aus www.krankenkassen-direkt.de
Es gelten die Allgemeinen Nutzungsbedingungen.
© 2000-2026 Redaktion kkdirekt; alle Rechte vorbehalten, alle Angaben ohne Gewähr.

Dies ist ein Ausdruck aus www.krankenkassen-direkt.de
Es gelten die Allgemeinen Nutzungsbedingungen.
© 2000-2026 Redaktion kkdirekt; alle Rechte vorbehalten, alle Angaben ohne Gewähr.