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Donnerstag, 23.11.2017

Mitteilung

NAV-Virchow-Bund e.V.|06.11.2017

PRESSEMITTEILUNG

Bundeshauptversammlung 2017: Die 3 Kernforderungen der Praxisärzte

Berlin·Mit den drei Kernforderungen

Ende der Budgetierung,
Wiedereinführung der Niederlassungsfreiheit und
mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen

beendeten die Delegierten des NAV-Virchow-Bundes ihre Beratungen zur Bundeshauptversammlung 2017 in Berlin. Sie setzten damit ein deutliches Zeichen der Praxisärzte in Richtung der derzeit sondierenden Teilnehmer einer "Jamaika-Koalition".

Ende der Budgetierung

In 30 Jahren Budgetierung im Gesundheitswesen wurden immer mehr Leistungen vom stationären in den ambulanten Bereich verlagert, ohne dass das entsprechende Geld gefolgt ist. Die Budgetierung ist heute eines der Haupthindernisse für junge Mediziner, sich niederzulassen. Hier muss ein Einstieg in den Ausstieg aus der Budgetierung zumindest bei den haus- und fachärztlichen Leistungen der Grundversorgung gefunden werden, fordert der Verband der niedergelassenen Ärzte.

Wiedereinführung der Niederlassungsfreiheit

Seit der Abschaffung der Niederlassungsfreiheit vor rund 25 Jahren hat sich eines gezeigt: Mit Planwirtschaft lässt sich keine Versorgung organisieren. Planwirtschaft schafft keine neuen Ärzte und eine weiterführende Differenzierung der bestehenden Planungsinstrumente verschleiert nur die bisherigen grundsätzlichen Fehler. Daher fordert der NAV-Virchow-Bund die Wiedereinführung der Niederlassungsfreiheit, die der Verband einstmals 1960 vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten hat.

Die Zahnärzte machen es vor: Sie dürfen sich seit 2007 wieder frei niederlassen. Die Folge: Probleme von Unterversorgung im ländlichen Raum oder in schwierigen Stadtquartieren wurden gelöst. Auch für junge Zahnärzte ist es attraktiv, ihre Praxis im Bayerischen Wald oder in sozialen Brennpunkten von Städten zu eröffnen. Dafür gibt es drei Gründe:

ausreichend ausgebildeter (Zahn-)Mediziner-Nachwuchs,
attraktive und leistungsgerechte Vergütung und
Niederlassungsfreiheit, also die Möglichkeit, sich im Wettbewerb frei niederzulassen und das wirtschaftliche Risiko dieser Standortwahl zu tragen.

Mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen

Als dritten Punkt forderten die Praxisärzte in ihrer Diskussionsrunde mit Gesundheitspolitikern den Ausbau des Wettbewerbs. Dieser Wettbewerb darf sich keinesfalls - wie bisher - um die besten Risiken oder den geringsten Zusatzbeitrag drehen. Er muss sich stattdessen auf einen angemessenen und leitungsgerechten Preis und vor allem auf die Qualität konzentrieren. Praxisärzte scheuen diesen Qualitätswettbewerb nicht.

Weitere Themen der Bundeshauptversammlung waren unter anderem die Notdienstversorgung, die Digitalisierung, die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und die Wiederbelebung des Belegarztwesens. Alle Entschließungen der Bundeshauptversammlung und weitere Informationen finden Sie hier.

Pressekontakt:

Klaus Greppmeir
Fon 030288774124
Fax 030288774154
presse@nav-virchowbund.de


 

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