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Dienstag, 23.05.2017

Mitteilung

Kassenärztliche Bundesvereinigung|02.12.2016

PRESSEMITTEILUNG

Gassen: "Sinnvolle Lösungen für Patienten finden"

Berlin·Notfallversorgung: Gutachten von Prof. Günter Neubauer zeigt gravierende Fehler bei grundlegenden Annahmen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auf. Vorschläge der KBV zur Entlastung der Notfallambulanzen.

"Nun liegt der Ball im Feld der DKG. Unsere Vorschläge helfen den Patienten und sorgen für eine Entlastung der Notfallambulanzen in den Krankenhäusern", erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), heute in Berlin. "Wir schlagen vor, dass der Patient bereits bei seiner Ankunft im Krankenhaus von einem Arzt begutachtet wird, der dann entscheidet, ob der Patient im Krankenhaus verbleiben soll oder in einer vertragsärztlichen Praxis weiterbehandelt wird. Die erste Begutachtung des ankommenden Patienten kann sowohl durch einen niedergelassenen Arzt als auch einen stationär-tätigen Kollegen erfolgen", erläuterte der KBV-Chef.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ambulanten Notdienst werden jährlich 20 Millionen Behandlungsfälle nahezu hälftig von Krankenhäusern und kassenärztlichem Notdienst behandelt. Weitere 10 Millionen Patienten, die in die Krankenhausnotaufnahmen kommen müssen stationär aufgenommen werden. "Von den also insgesamt 20 Millionen Krankenhausnotfällen müssen wir uns die rund zehn Millionen Fälle genauer betrachten, die ambulant weiterbehandelt werden. Nationale und Internationale Studien zeigen, dass zehn Prozent der Patienten akut keinerlei dringliche medizinische Hilfe benötigen. Der größte Anteil von 87 Prozent der Patienten gehört eigentlich in den ärztlichen Bereitschaftsdienst und in die normale ambulante Versorgung", führte Gassen aus. Sie sollten von dem begutachtenden Arzt dorthin überwiesen werden. "Dies könnten die Krankenhäuser wie bisher nach Sätzen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) berechnen. Für die schweren und besonders aufwändigen Fälle schlagen wir Zuschläge vor, etwa in Form eines Schwergradzuschlags", sagte er.

"Das ist unser Angebot an die DKG. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Notfallambulanzen werden entlastet und der Patient wird an der für ihn sinnvollsten Stelle versorgt." Er appellierte an die DKG, darüber in einen sachlichen Dialog mit der KBV zu treten. "Lassen Sie uns die starren Grenzen der Sektoren verlassen", forderte er.

Zum Hintergrund: Der Gesetzgeber hat den Parteien der gemeinsamen Selbstverwaltung, der KBV, dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft mit dem Krankenhausstrukturgesetz den Verhandlungsauftrag erteilt, die Vergütung der ambulanten Notfallbehandlung an den Krankenhäusern bis Jahresende 2016 neu zu regeln.

Pressekontakt:

Roland Stahl
Pressesprecher
Tel.: (0 30) 40 05 - 22 01
Fax: (0 30) 40 05 - 22 90
RStahl@kbv.de


 

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