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Montag, 01.05.2017

News & Meldungen

Vorläufige Finanzergebnisse

Kassenarten schließen 2016 sehr unterschiedlich ab

01.03.2017·Im Vorfeld der Veröffentlichung durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) haben die Ersatz-, Innungs- und Ortskrankenkassen ihre Finanzergebnisse für 2016 veröffentlicht und kommentiert. Unterschiedliche Auffassungen bestehen hierbei insbesondere zur Wirkung des Risikostrukturausgleichs.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat das Jahr 2016 insgesamt mit einem Überschuss von 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Im Vorjahr bilanzierten die Kassen noch ein Defizit von rund 1,1 Milliarden Euro. Dies geht aus Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa) hervor. Die Rücklagen der Kassen seien demnach im selben Zeitraum von 14,5 auf 15,9 Milliarden Euro angestiegen.

Als Gewinner präsentiert sich vor allem das AOK-System. 2016 hat es nach eigenen Angaben einen Überschuss von rund 935 Millionen Euro erzielt. Alleine im 4. Quartal 2016 sei das Ergebnis um rund 377 Millionen Euro angestiegen. Deutlich im Plus lagen nach Informationen der "Ärzte-Zeitung" auch die sechs im vdek organisierten Ersatzkassen. Sie verbuchten für 2016 einen Überschuss von zusammen 321 Millionen Euro. Bis einschließlich drittem Quartal habe das Plus noch 757 Millionen Euro betragen. Ein Defizit verzeichneten 2016 die Innungskrankenkassen (IKK). Das Minus betrug laut Ärzte-Zeitung 33,2 Millionen Euro und damit gut 7 Millionen Euro mehr als noch zum Ende des 3. Quartals 2016. Die Betriebskrankenkassen (BKK) haben noch keine Zahlen veröffentlicht. Die exakten Zahlen veröffentlicht das BMG Anfang März.

Unterschiedliche Interpretation der Ergebnisse

Vor allem der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) der Krankenkassen trage zu einer Schieflage im Wettbewerb bei, erklärten Vertreter der Verbände von Betriebs-, Ersatz- und Innungskrankenkassen auf Nachfrage der Ärzte-Zeitung. Demnach kommentierte der vdek die Entwicklung so: Wenn die Leistungsausgaben oberhalb des GKV-Durchschnitts lägen, werde die "strukturelle Deckungslücke durch den Morbi-RSA stetig größer". Von einer "Unwucht" sprach auch eine IKK-Sprecherin. Zudem seien steigende Leistungsausgaben aufgrund der Gesundheitsgesetze der Koalition ursächlich für das Defizit der IKK. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichungen hatte der BKK-Dachverband erneut kritisiert, dass Verzerrungen im Morbi-RSA einen fairen Wettbewerb der Kassen untereinander verhinderten. Für Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, besteht dagegen kein direkter Zusammenhang zwischen den Jahresergebnissen und den Regelungen des Morbi-RSA.

 

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