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Donnerstag, 23.11.2017

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Durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2018

Mehrheit im GKV-Schätzerkreis für Beitragssenkung um 0,1 Prozentpunkte

16.10.2017·Entgegen der Prognose des GKV-Spitzenverbandes haben das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesversicherungsamt im GKV-Schätzerkreis die Einschätzung geteilt, dass der Durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in 2018 um 0,1 Prozentpunkte gesenkt werden kann.

Die im GKV-Schätzerkreis vertretenen Parteien haben sich in ihrer Sitzung vom 12.10.2017 nicht auf eine gemeinsame Prognose der finanziellen Rahmenbedingungen in der gesetzlichen Krankenversicherung für 2018 einigen können. Dies geht aus einer Erklärung des aus Experten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesversicherungsamtes (BVA) und des GKV-Spitzenverbandes bestehenden Gremiums hervor. Die abweichenden Einschätzungen erklärten sich aus einer unterschiedlichen Bewertung von Ausgabenentwicklungen im laufenden und im nächsten Jahr. Bei der Schätzung der Einnahmen sowie der Zahl der Versicherten und Mitglieder der GKV für die Jahre 2017 und 2018 konnte hingegen Einvernehmen erzielt werden.

Prognose 2017:
Kassen erwarten um 800 Millionen Euro höhere Ausgaben


Die Einnahmen des Gesundheitsfonds werden auf 216,0 Milliarden Euro geschätzt. Dabei wurde der Bundeszuschuss in Höhe von 14,5 Mrd. Euro abzüglich des Anteils für die landwirtschaftliche Krankenkasse berücksichtigt. Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds betragen entsprechend der rechtlichen Vorgaben unverändert 214,7 Milliarden Euro. Hinsichtlich der erwarteten Ausgaben im Jahr 2017 konnte kein Einvernehmen erzielt werden. Das BMG und das BVA gehen von Ausgaben in Höhe von 226,4 Milliarden Euro aus. Der GKV-Spitzenverband erwartet hingegen Ausgaben in Höhe von 227,2 Milliarden Euro.

Ergebnis 2018:
Mehrheit im Schätzerkreis sieht Spielraum für Beitragssenkung


Für das Jahr 2018 werden Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 222,2 Milliarden Euro erwartet. Der Bundeszuschuss beträgt im Jahr 2018 14,5 Milliarden Euro, abzüglich des Anteils für die landwirtschaftliche Krankenkasse. Hinsichtlich der erwarteten Ausgaben konnte auch für das Jahr 2018 kein Einvernehmen erzielt werden. Die voraussichtlichen Ausgaben betragen nach Schätzung des BMG und des BVA 236,2 Milliarden Euro. Der GKV-Spitzenverband erwartet hingegen Ausgaben in Höhe von 237,3 Milliarden Euro.

Rechnerisch ergebe sich aus den Schätzergebnissen des BMG und BVA für das Jahr 2018 eine Verringerung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent. Dagegen resultiert aus der Schätzung des GKV-Spitzenverbandes rechnerisch keine Änderung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes.

Anders als sein Name vermuten lässt, stellt der Durchschnittliche Zusatzbeitragssatz nicht den Durchschnitt der von den Kassen erhobenen Zusatzbeiträge dar, sondern beschreibt den durchschnittlichen Finanzbedarf der Kassen über den allgemeinen Beitragssatz hinaus (vgl. "Links zum Thema"). Dieser kalkulierte Fehlbetrag wird seitens der Kassen in Form des kassenindividuellen Zusatzbeitrags von den Mitgliedern eingezogen. Die Arbeitgeber werden hieran nicht beteiligt.

BMG legt Zusatzbeitragssatz bis November fest

Das BMG legt nach Auswertung der Ergebnisse des GKV-Schätzerkreises den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2018 fest und gibt ihn bis zum 01.11.2017 im Bundesanzeiger bekannt. Erwartet wird die Absenkung um 0,1 Prozentpunkte.

Krankenhäuser kritisieren (Fehl-)Prognosen des Schätzerkreises

Im Kontext der Finanzdaten für das erste Halbjahr 2017 hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) den GKV-Schätzerkreis Anfang September deutlich kritisiert. Auffällig sei, dass die Realität und die Prognosen des Schätzerkreises in aller Regel nichts miteinander zu tun hätten. Die Diskrepanz von Schätzung und Realität machten aus Sicht der Krankenhäuser deutlich, dass die Krankenkassen das Instrument des Schätzerkreises missbrauchten. Die DKG forderte für eine höhere Verlässlichkeit die Aufnahme der Leistungserbringer in den Schätzerkreis.

 

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