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Sonntag, 26.02.2017

News & Meldungen

Änderungen zum Jahreswechsel

Fusionen und Zusatzbeiträge der Krankenkassen für 2017

03.01.2017·Gut ein Viertel aller Kassen haben ihren Beitragssatz für 2017 angehoben. Die Spanne der Sätze reicht dabei von 14,9 bis 16,4 Prozent. Rund 10 Millionen Versicherte sind zudem von einer Fusion betroffen. Insgesamt stehen seit Anfang 2017 noch 114 Krankenkassen im Wettbewerb.

Zusammen mit dem Haushaltsplan für das neue Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen auch ihren individuellen Zusatzbeitragssatz für 2017 festgelegt, größtenteils noch unter Genehmigungsvorbehalt durch die zuständige Aufsichtsbehörde. In der Mehrzahl der Fälle verbleibt der neue Zusatzbeitragssatz unter dem vom GKV-Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt (BVA) berechneten und vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) für 2017 festgelegten "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz" (vgl. "Links zum Thema"). Über 80 Kassen haben ihren Beitragssatz gegenüber 2016 nicht angehoben.

27 Kassen erheben "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz"

Die Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitrags hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beeinflusst wird er hauptsächlich von der Risikostruktur der Versicherten, der Wirtschaftlichkeit und den vorhandenen Rücklagen einer Kasse. Die Meldungen der Kassen für 2017 teilen sich wie folgt auf:

Keine Kasse wird auf einen Zusatzbeitrag verzichten
Keine Kasse wird den Zusatzbeitrag senken
56 Kassen erheben einen Zusatzbeitrag unterhalb des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes für 2017 (1,1 Prozent)
27 Kassen erheben genau 1,1 Prozent
31 Kassen erheben mehr als 1,1 Prozent
85 Kassen nehmen keine Beitragsanpassung vor
29 Kassen heben ihren Zusatzbeitrag an
13 Kassen erheben mehr als 1,3 Prozent
Die Spanne der Zusatzbeiträge beträgt 0,3 bis 1,8 Prozent
1 Kasse erhöht den Zusatzbeitrag zum 01.04.2017 (vgl. Beitragsvergleich)
Gesamtzahl der Krankenkassen seit 01.01.2017: 114*

Die Gesamtübersicht der einzelnen Beitragssätze ab 2017
finden Sie unter "Links zum Thema".


17 Kassen halten Beitragssatzgarantie ein

Krankenkassen können gegenüber krankenkassen-direkt.de eine zeitliche Garantie ihres Zusatzbeitragssatzes öffentlich aussprechen. Einmal veröffentlicht, kann diese im Anschluss nur noch verlängert, grundsätzlich aber nicht mehr zurückgenommen werden. Insgesamt 17 Kassen haben im Jahr 2016 hiervon Gebrauch gemacht. In keinem Fall wurde dabei der Zusatzbeitragssatz vor Ablauf der Garantie verändert.

AOK Plus erhöht Beitrag entgegen Prognose

Anders sieht es bei der AOK Plus aus. Deren Vorstand Rainer Striebel wurde im August 2015 von der Ostthüringer Zeitung unter Bezug auf eine Anfrage des MDR Thüringen mit der Aussage zitiert, er sei optimistisch, dass der Zusatzbeitrag in Höhe von damals 0,3 Prozentpunkten in den Jahren 2016 und auch 2017 nicht erhöht werden müsse. Am 20.12.2016 teilte die Kasse nun mit, dass sie den Beitragssatz zum 01.01.2017 um weitere 0,3 Punkte auf 15,2 Prozent erhöhen wird. Die Anpassung, so der Verwaltungsratsvorsitzende Sven Nobereit, habe "vor allem gesundheitspolitische Ursachen". Insgesamt 25 anderen Kassen gelingt es dagegen nach dem aktuellen Stand der Meldungen, den Beitragssatz seit 2015 weiterhin stabil zu halten - darunter auch drei anderen AOKn.

Beiträge differieren bis zu 783 Euro pro Jahr

Die Differenzierung der Krankenkassen nach Beitragssatz ist besonders eingängig und vom Gesetzgeber gewollt. Bei Beitragsdifferenzen von rechnerisch bis zu 783 Euro zwischen Kassen mit 14,9 und 16,4 Prozent Beitrag ist ein Wechsel verlockend. Ein tragfähiges Konzept zur Verzahnung dieses Beitragswettbewerbs mit dem ebenfalls gewollten Qualitätswettbewerb in der Versorgung bleibt die Bundesregierung auch für 2017 schuldig. So bleibt es zunächst beim Versicherten selbst, sich ein ausgewogenes Gesamtbild aus Beitrag, Leistung und Service der Krankenkassen zu machen. Hilfe hierzu bietet unser Kassenvergleich (vgl. Infokasten). Doch der reine Beitragsvergleich birgt auch Tücken. So sollte die Ersparnis durch einen Direktvergleich der bisherigen und künftigen Kasse und nicht unter Anwendung des sogenannten "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes" (2017: 1,1 Prozent) berechnet werden. Dieser stellt eine rein statistische Größe und nicht den Durchschnitt der tatsächlich erhobenen Zusatzbeitragssätze dar (vgl. "Links zum Thema").

Fusionen von 8 Kassen mit gut 10 Millionen Versicherten

Zum Jahreswechsel hat sich die Gesamtzahl der Krankenkassen von 118 auf 114* verringern. So schloss sich die Deutsche BKK (rd. 1,09 Millionen Versicherte) mit der bisherigen Barmer GEK (rd. 8,4 Millionen Versicherte) zur neuen "Barmer" zusammen. Die BKK Braun-Gillette (rd. 16.600 Versicherte) ging in der pronova BKK (rd. 662.000 Versicherte) auf, die Vereinigte BKK (rd. 38.000 Versicherte) wurde Teil der BKK VBU (rd. 464.000 Versicherte). Zudem schlossen sich die E.ON BKK (rd. 10.000 Versicherte) und die energie-BKK (rd. 87.500 Versicherte) zur neuen "energie-BKK" zusammen.

Über aktuelle Fusionen und Änderungen bei den Beitragssätzen informiert Sie jeweils zeitnah per E-Mail unser kostenfreier GKV-Newsletter.

*) zzgl. Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK, erhebt keinen Zusatzbeitrag)

 

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